|Rezension| Paris for One – Jojo Moyes

‚Ok, then… tell me… the best thing that has ever happened to you.’ ‘The best? Oh, I’m kind of hoping it hasn’t happened yet.’ (S. 75)

DetailsIMG_20180228_085520.jpg

Erstausgabe: 2016

 

Verlag: Penguin Books Ltd.

ISBN: 978-1-4059-2816-8

Seiten: 384

Genre: Kurzgeschichten

 

 

Klappentext

Liv, a spontaneous 23-year old graduate and Sophie, a provincial shop girl, both find themselves in Paris and in love. Though living decades apart, Liv and Sophie have a lot in common and they both find that marriage is only the beginning of their love stories …

Beth didn’t expect to see Ben’s face when she walked in to the marquee for Krista’s summer party. Her old lover, the one who never showed at their last meeting. But when she finds out that their split was all a misunderstanding it’s time for her to make a choice …

Miranda finds a mobile phone and begins texting a stranger pretending to be someone else. Exciting? Yes. Moral? Possibly not. But what if this the life she is supposed to lead?

Chrissie is frantically trying to finish the Christmas shopping, and she knows that she will get it wrong, however hard she tries. Her husband and his viper-tonged mother are just never satisfied. Chrissie is fed up, and maybe this Christmas is the time to take control …

 

Rezension

Puh, eine Rezension zu Paris for One and other Stories fällt mir irgendwie schwer, da das Buch aus zehn Kurzgeschichten besteht. Diese sind mal mehr (z.B. 134 Seiten), mal weniger (z.B. 4 Seiten) lang und drehen sich um verschiedenste Charaktere und Handlungen.

Zu dem Schreibstil von Jojo Moyes muss ich nicht viel sagen. Ihre Bücher lassen sich grundsätzlich super flüssig lesen, sei es auf Deutsch oder, wie in diesem Fall, auf Englisch. Moyes gelingt es den Leser direkt in die Welt ihrer Geschichten eintauchen und die Gedanken und Motive ihrer Protagonisten verstehen zu lassen. In den hier zusammengefassten Kurzgeschichten sind die Hauptfiguren immer Frauen, alle jedoch Persönlichkeiten wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Obwohl es sich teilweise um echt kurze Stories handelt (bspw. 4-9 Seiten), fiel es mir nicht besonders schwer mich in die jeweils neue Handlung einzufinden und einen Draht zu der Figur aufzubauen. Dies liegt sicher auch daran, dass Moyes sehr stark auf das Innenleben der Frauen eingeht.

Die erste Geschichte war auch die längste. Es handelt sich hierbei um Paris for One, was auch als eigenes Buch veröffentlich wurde. An sich hat mir die Handlung ganz gut gefallen, sie war jedoch sehr vorhersehbar, halt „typisch Frauengeschichte“. Ich muss gestehen, dass ich dadurch ein bisschen die Lust verloren habe weiterzulesen. Allerdings bin ich froh, dass ich die Lektüre auch nach den nächsten beiden Kurzgeschichten, welche mich nicht wirklich gefesselt haben, fortgesetzt habe. Denn ab Geschichte Nr. 4 hat es mir echt gut gefallen! Die Themen wurden interessanter, weniger vorhersehbar und hatten Pepp. Es waren einfach nicht mehr die eben erwähnten typischen Frauengeschichten, wo es entweder eine unsichere, mausgraue oder eine super selbstbewusste und witzige Frau gibt, die einen (natürlich attraktiven und schlagfertigen) Typen kennenlernt, es zunächst ein ewiges Hin und Her gibt, was abschließend jedoch immer in ein Happy End mündet. (Okay, Butter bei die Fische, ich mag solche Stories auch 😀 aber im Grunde genommen sind sie doch irgendwie langweilig.)

„‚He’d never forgive me. It would be the end of my marriage.‘ The driver grins. ‚Well, would’nt that be a tragedy?‘ They stare at each other ‚Do it,‘ she says suddenly.“(S.335)

Stattdessen hat Moyes es hier geschafft neue Geschichten zu erzählen. Realistische, aber auch Mut machende Erzählungen, die widerspiegeln, mit welchen Herausforderungen Frauen im Job oder in der Ehe zu kämpfen haben, welche Zweifel jede Frau mal durchlebt und welche Kleinigkeiten das ganze Leben durcheinanderwirbeln können.

Übrigens, für diejenigen von euch, die bereits The Girl You Left Behind / Ein Bild von Dir von Jojo Moyes gelesen haben: Euch dürften die Personen aus Geschichte Nr.6 bekannt vorkommen – hierbei geht es nämlich um die Vorgeschichte von Liv & David sowie Edouard & Sophie.

 

Fazit

Kurzgeschichten sind eigentlich nicht so meins. Es bleibt einfach nicht genug Raum für die Entwicklung von Persönlichkeiten, es ist schwierig über ein paar Seiten eine Bindung zu den Figuren zu entwickeln und ich persönlich finde es immer sehr schade und auch unbefriedigend, wenn man mitten in eine Story einsteigt und diese dann sozusagen am Höhepunkt wieder endet. Andererseits geht es in Kurzgeschichten meistens ja genau um den besonderen Twist bzw. eben jenen Höhepunkt einer Geschichte – es wird einfach nur der Weg dorthin ausgelassen, ebenso wie die Handlungen, die daraus entstehen.

Doch ich muss sagen, dass die Sammlung von Jojo Moyes mir gerade ab Nr. 4 gut gefallen hat. Tatsächlich konnte ich bei einigen Stories in relativ kurzer Zeit ein echtes Interesse für die Protagonistinnen aufbauen. Auch dass ein Teil der Vorgeschichte von The Girl You Left Behind mit inbegriffen war, fand ich ganz nett. Moyes zeigt hier auf jedenfall, wie vielfältig Frauen und wie komplex teilweise ihre Gedankengänge und Beweggründe sind. Kein Wunder, dass Männer uns Frauen angeblich nie verstehen. 😉

Trotzdem würde ich das Buch nicht unbedingt weiterempfehlen. Für zwischendurch, z.B. für einen kurzen Flug oder eine längere Zugfahrt, ist es ganz nett, aber mehr auch nicht.

„Merry Christmas – knock ‚em dead, kiddo. Chin Chin! Margot.“ (S.323)

Eure Miriam

 

2 Kommentare zu „|Rezension| Paris for One – Jojo Moyes

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