|Rezension| Die Rache der Polly McClusky – Jordan Harper

Sie ließ die Schultern hängen wie ein Loser, versteckte ihr Gesicht hinter den Haaren, aber sie hatte Augen wie ein Revolverheld. (S.15)

 

Detailspolly mcklusky

Erstausgabe: 2017

 

Verlag: Ullstein

ISBN: 978-3-550-08150-7

Seiten: 284

Genre: Roman/Action

 

 

Klappentext

„Wenn sie nirgends sicher war, dann durfte sie nirgendwo anders sein, als bei ihm.“

Polly McClusky ist elf Jahre alt, als überraschend ihr Vater vor ihr steht. Nate ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, um ihr das Leben zu retten. Denn auf Polly ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Auf der Flucht durch Kalifornien lernt Polly zu kämpfen, Nates Unterweisungen machen das schüchterne Mädchen zu einem selbstbewussten Fighter. Und Nate beginnt sein Tochter bis zur Selbstaufopferung zu lieben. Doch ihre Verfolger lassen sich nicht abschütteln.

 

Rezension

Schon mit dem ersten Kapitel merkt man, dass Jordan Harper Drehbuchautor („The Mentalist“, „Gotham“) ist und weiß, wie man Geschichten so verpackt, dass sie wie ein Film vor Deinem inneren Auge ablaufen. Da ist es natürlich passend, dass Harper derzeit an dem Drehbuch für die Verfilmung von Die Rache der Polly McClusky schreibt.

Harpers Schreibstil gefällt mir ganz gut. Er schreibt schön knackig, sprich: nicht blumig und umschreibend, sondern rücksichtslos und auf den Punkt gebracht. Das braucht eine Story wie diese aber auch:

Es geht um den kriminellen Nate, der sich im Gefängnis mit der White-Power-Gang Aryan Steel angelegt hat und dadurch von ihnen zum Tode verurteilt wird, einschließlich seiner Ex-Frau und Tochter, Polly. Nate wird rechtzeitig aus dem Gefängnis entlassen (entgegen der Beschreibung im Klappentext ist er nämlich nicht ausgebrochen), um Polly zu retten und sich mit ihr fortan auf die Flucht vor den diversen Killern der Aryan Steel zu begeben. Gleichzeitig entwickelt Nate jedoch einen riskanten Plan, um den Hinrichtungsbefehl gegen sich und Polly aufheben zu lassen. Und dabei gilt eher Angriff, als Verteidigung. Nate trainiert Polly, die sich mehr und mehr von einem schüchternen zu einem wilden Mädchen, das selbst seinem eigenen Vater Angst einjagt, wandelt.

„Polly drehte sich zu Nate um. Das Gesicht, das sie machte, nur für ihn, hielt nur für den Bruchteil einer Sekunde an. Haha, sagte ihr Gesichtsausdruck, reingelegt. Sie hatte ihm noch nie solche Angst eingejagt.“ (S.213)

Die Perspektiven wechseln von Kapitel zu Kapitel. Neben Polly und Nate kommen auch diverse Gangmitglieder und der Polizist John Park zum sprechen und runden so die Geschichte ab. Tatsächlich gefiel mir gerade der Nebencharakter Park teilweise besser, als Polly. Zu Anfang habe ich Polly nicht ganz gemocht. Irgendwie erschien sie mir nicht ganz greifbar, ich konnte keine Beziehung zu ihr aufbauen. Ich weiß nicht, ob der Autor beabsichtigt hat solche Empfindungen bei seinen Lesern hervorzurufen, denn er lässt Polly selbst anmerken, dass andere sie als verrückt empfinden – u.a. aufgrund ihrer in sich zurückgezogenen Art („so still nach außen und innerlich so kreischend laut“(S.24)). Es mangelt ihr an Sozialkompetenz, weshalb sie sich zu Beginn auch nur mithilfe eines Stoffbären mit ihrem Vater unterhält. Doch dies ändert sich im Laufe der Geschichte ein wenig. Harper lässt eine Bindung zwischen Vater und Tochter entstehen, die immer mehr Charakterzüge und Eigenschaften der beiden deutlich macht und mich erst zum Ende hin (mehr oder weniger) kapieren ließ, was hinter Polly steckt.

„Das Mädchen im Motel brauchte ihn. Er schwor, er würde sterben, um sie zu beschützen. Trotzdem musste das hier getan werden. So sicher wie die Schwerkraft.“ (S.77)

 

Fazit

Ich kann verstehen, warum es geteilte Meinungen zu dem Debütroman von Jordan Harper gibt. Zum einen ist die Story sehr cineastisch (Nazigang, Drogen, Waffen, Blut, korrupte Polizisten, fulminanter Showdown) und die Charaktere haben es nicht wirklich geschafft, mich zu fesseln. Dazu ist die Entwicklung von Polly in Teilen doch zu undurchsichtig und holprig. Zum anderen lässt es sich jedoch sehr gut lesen und wird auf keiner Seite langweilig, man fliegt nahezu durch die Geschichte.

Dementsprechend kann ich das Buch Fans von Actionfilmen (und -büchern) sehr empfehlen – ihr könnt aber auch einfach auf die Verfilmung warten. 😉

Man muss es nicht gelesen haben, es ist aber definitiv eine gute und spannende Lektüre für zwischendurch.

 

Eure Miriam

 

2 Kommentare zu „|Rezension| Die Rache der Polly McClusky – Jordan Harper

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